Vor 50 Jahren....

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Zur Emser Schulgeschichte

(Ein Beitrag von Peter Jung)

Die Bad Emser Schulgeschichte beginnt urkundlich mit der Ersterwähnung einer Dorfschule im Jahre 1576. Nach 1599 errichtete die Gemeinde im Dorf am Fronhof ein Schulhaus, das im Jahre 1720 einem großen Brand zum Opfer fiel.

Die 1722 neu errichtete Schule verlor ein Jahrhundert später durch den Bau einer Schule an der Schnittstelle zwischen dem Dorf und dem Bad (Altes Rathaus) ihre Funktion. 1873 erfolgte eine Trennung in Schulbezirke; während die Schillerschule Schülerinnen und Schüler des westlichen Stadtteiles aufnahm, blieb die Schule für den östlichen Stadtteil weiterhin im damaligen Rathaus. Seit 1920 führt diese „obere Schule" den Namen des aus Nassau stammenden Reformers Freiherr-vom-Stein.

Als die Zahl der Kinder durch den Zustrom von Flüchtlingen nach dem Krieg größer wurde, errichtete die Stadt als Notbehelf 1951 in der unteren Wilhelmsallee zwei Schulbaracken und lagerte Schulklassen in andere Gebäude aus. Bereits in den dreißiger Jahren hatte die Gemeinde an der Karl-Busch-Straße Gelände für einen Neubau der Steinschule erworben. Die Einweihung und der anschließende Umzug in die neue Freiherr-vom-Stein-Schule fanden im September 1953 statt.

Der Bad Emser Stadtteil Spieß – heutiges Bahnhofviertel und umliegende Straßen -

gehörte in früherer Zeit zum Gemeindegebiet Oberlahnstein. Die fruchtbaren Wiesen waren an Dausenauer und Emser Familien verpachtet. Die ersten bekannten Gebäude waren die 1661errichtete katholische Kapelle sowie das 1696 fertig gestellte Mainzer Haus. Von dem 1716 zu einem Pfarrhaus umgewidmete kleinen Häuschens wurden Kurgäste vom gegenüberliegenden Bad sowie die Bewohner der umliegenden Waldhöfe seelsorgerisch betreut.

Dem zunächst dem Hl. Goar geweihten Kapellchen wurde seit 1728 der Hl. Martin als Patron zugeordnet, der seither eine besondere Bedeutung gerade für den Stadtteil Spieß einnimmt (Spießer-Kirmes mit dem Fackelzug).

Zwischen 1750 und 1766 wurde Spieß-Ems als eigene Pfarrei losgelöst und erhielt erstmals einen eigenen Friedhof, nachdem zuvor die Verstorbenen in Oberlahnstein oder in der Kapelle ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten. Die Pfarrei bestand als einzige Emser katholische Diasporagemeinde bis zur Einweihung der neuen Emser Pfarrkirche im Jahre 1876.

1786 gehörten mehr als 200 Kommunikanden zur Pfarrei Spieß-Ems und die kirchliche Obrigkeit verpflichete den damaligen Pfarrer Neumann zur Errichtung einer Schule. Diese wurde 1787 in dem zuvor erweiterten Pfarrhause etabliert. Der Pfarrer selbst erteilte den Unterricht für die allerdings nur unregelmäßig erscheinenden Kinder aus den umliegenden Höfen. Nachdem 1821 die erste Schiffsbrücke zwischen der heutigen Bahnhofs- und Kurbrücke errichtet worden war und um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine rege Bautätigkeit auf dem linken Lahnufer einsetzte, bemühte sich die Stadt Ems insbesondere nach dem Anschluss an das Schienennetz 1858 um Ausgliederung des Spieß aus dem Gemeindeverband Lahnstein. Dies gelang aber erst nach erneuten Verhandlungen im Jahre 1876. Spätestens von nun an verlor die Pfarrhaus-Schule auf dem Spieß ihre Funktion und alle Kinder des Bahnhofsviertels besuchten die Emser Schule im alten Rathaus.

Jedenfalls bestand in früheren Zeiten urkundlich belegt direkt unterhalb der heutigen Freiherr-vom-Stein-Schule bereits seit 1787 eine Kirchspielschule auf dem Spieß.

 

 

Der große Rückblick auf das Jahr 1953 in Bad Ems

Ein Beitrag von Peter Jung

Januar.

          Sondergenehmigung für Tempo 30 - In der Kurstadt darf weiterhin nicht mehr
          als 30km/h gefahren werden.

Februar  

Stadtrat erlässt Ortssatzung gegen das Reklame-Unwesen

März 

Fünf neue Glocken für die Martinskirche trafen ein.

April  

Bad Ems soll wieder eine Spielbank erhalten
          Hilfsklasse für weniger begabte Kinder wurde eingerichtet
          Dekan August König feiert silbernes Priesterjubiläum
         Jugendlicher Lebensretter: Der 13jährige Schüler Erich Sarholz rettet die
          vierjährige Ursula Kauth unterhalb der Bahnhofsbrücke vor dem Ertrinken

 

                        

                    Wiederaufbau der Kaiserbrücke und Remybrücke
                    Die Kaiserbrücke lag 1953 noch immer in der Lahn, so wie zuvor auch die anderen
                    Emser Brücken – im Bild die Kurbrücke
Juni  
 
Kommt ein Schwimmbad im Emsbach? -
         Jugendliche sollen von den Badewiesen unterhalb der Kaiserbrücke verbannt
         werden; Ihr Geschrei stört Anwohner und Kurgäste
         Baden am Wehr schmälert die Einnahmen des städtischen Strandbades an
         Ostausgang der Stadt.
         Vandalismus im Kurpark. Mutwillige Beschädigungen am Zaun des Kurparks
         Draht durchschnitten, Pfähle herausgerissen.
 
              
          Bundespräsident Prof. Heuß weihte das neue Stein-Denkmal in Nassau
          Bad Ems als Nachbarstadt mit Stadtflagge vertreten.

 

Juli 

Bad Ems, das schöne Heilbad an der Lahn
         Mit 260 000 Übernachtungen wurden bei den Fremdenverkehrsbetrieben die
         besten Vorkriegszahlen überschritten
         Schon bald erster Spatenstich: Siedlergemeinschaft St. Michael Bad Ems
         baut in Gemeinschaftsarbeit Eigenheime

 

           B

         Emser Strandbad an der Lahn 1953 
         Sprungturm im Emser Strandbad
         Französische Pioniere erstellten die Anlage in vier Tagen - kühner Sprung des
         Bademeisters Rommersbach
 
         Einweihung des Westfalenheims - Ministerpräsident Altmeier unter den
         Gästen.
          Belohnung für eine mutige Tat.
          In der Freiherr-vom-Stein-Schule erhielt Erich Sarholz aus der Hand des
          Regierungspräsidenten die Rettungsmedaille sowie eine Ehrenurkunde.

 

August  

Rekordbesuch beim Emser Heimatfest - Zeitweilig drangvolle Enge; 
Der Heimatfest-Blumenkorso wird am Montag wiederholt!

 

September 

Marienkrankenhaus abermals erweitert - Dreistöckiger Neubau in Rekordzeit von 105 Tagen im Rohbau vollendet

 

          Großer Tag in der Emser Schulgeschichte

Die neue Freiherr-vom-Stein-Schule wird eingeweiht –

                     

                         13.09.1953:  Am Morgen vor der Einweihung

 

                  

                               Die Schülerschaft ist vollzählig angetreten

                             

                                        Während der Feierlichkeiten

 

Oktober  

Der zweite Heimkehrer eingetroffen -
          Nach 8 Jahren in russischer Gefangenschaft in die Heimat entlassen
          Bürgermeister sagte Hilfe und Unterstützung der Stadt zu
          Brandstiftung im Sägewerk Heuchemer -
          Großfeuer - schneller Erfolg der Ermittlungstätigkeit
          Die Siedlung „St Michael " in der Braunebach - Die ersten 9 Häuser in Arbeit.
          Der Gesamtplan sieht 32 Bauten vor

 

November 
 
Bauarbeiten an der Kaiserbrücke beginnen
          Die neue Brücke wird schöner und schlanker als die Vorgängerin
          Autos sollen vom Bürgersteig weg - Fußgänger werden in der Römerstraße 
          behindert
          Silberjubilar an der Freiherr-vom-Stein-Schule -
          Feierstunde für Lehrer Franz Kopp
          60 Jahre Prinz Karl - Hier wurden 1947 Verhandlungen über die Bildung der
          Landesregierung geführt

 

Dezember  

Ab 1.Januar 1954 Stadtverkehr innerhalb von Bad Ems - Alle halbe Stunde eine Fahrt mit dem Kleinomnibus

          Silberner Sonntag in Bad Ems - Weihnachtlicher Glocken- und
          Girlandenschmuck an vielen Geschäften
          Silvester 1953 wurden von zwei Mitgliedern des Fischereivereins Bad Ems
                    die letzten Lachse in der Lahn gefangen.

 

und zum Schluss noch einige Bilder zur Schulgeschichte in den 50er Jahren

                     

               Fastnacht 1954 auf dem Schulhof – Verhaftung der Lehrer durch die EKG mit
                     anschließender Arrestierung in der Prinzenburg - ansonsten: schulfrei!

                                              

                       Klassenfoto Einschulungsjahrgang 1955 mit Lehrer Helmut Wagner

                              

                                   1955 Lehrer Paul Schmidt mit der 3. Klasse

 

                            

          Klassenfahrt mit dem Schiff nach Nassau; Rektor Paul Jung mit der 3. Klasse im
                                                                      Juli 1957
 
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